BURNOUT UND PSYCHISCHE ERSCHÖPFUNG
- Symptome, Ursachen und psychotherapeutische Behandlung -
Viele Menschen erleben Phasen hoher psychischer Belastung, anhaltenden Stresses oder emotionaler Erschöpfung. Berufliche Anforderungen, dauerhafte Überlastung, fehlende Erholungsphasen oder chronischer Leistungsdruck können die psychische Gesundheit erheblich beeinträchtigen.
Der Begriff „Burnout“ wird im allgemeinen Sprachgebrauch häufig verwendet, um Zustände emotionaler, körperlicher und mentaler Erschöpfung zu beschreiben. Gleichzeitig besteht häufig Unsicherheit darüber, wie Burnout wissenschaftlich eingeordnet wird.
IST BURNOUT EINE DIAGNOSE?
Der Begriff „Burnout“ wird häufig verwendet, wenn Menschen sich dauerhaft erschöpft, überfordert oder innerlich ausgelaugt fühlen. Gleichzeitig besteht oft Unsicherheit darüber, wie Burnout medizinisch eingeordnet wird.
Die ICD ist ein internationales Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO), in dem Krankheiten und psychische Störungen beschrieben und eingeordnet werden. In Deutschland werden psychische und körperliche Erkrankungen im Gesundheitswesen auf Grundlage der ICD diagnostisch klassifiziert. Aktuell wird dabei überwiegend die ICD-10-GM verwendet, langfristig soll die ICD-11 schrittweise eingeführt werden.
Burnout ist in der ICD-10 unter dem Code Z73.0 („Ausgebranntsein“ bzw. „Burn-out“) aufgeführt. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine eigenständige psychische Erkrankung innerhalb der offiziellen Klassifikation psychischer Störungen. Auch in der ICD-11 wird Burnout nicht als eigenständige psychische Erkrankung klassifiziert. Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Burnout dort als Syndrom infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wurde.
Die WHO nennt dabei drei zentrale Merkmale:
- Gefühle von Erschöpfung oder Energiemangel
- zunehmende mentale Distanz oder negative Haltung gegenüber der Arbeit
- vermindertes berufliches Leistungsgefühl
Die ICD-11 weist außerdem ausdrücklich darauf hin, dass Burnout ausschließlich im beruflichen Zusammenhang verwendet werden soll und nicht zur Beschreibung anderer Lebensbereiche gedacht ist.
Gleichzeitig können hinter Burnout-Symptomen auch andere psychische Störungen stehen, beispielsweise depressive Störungen oder Angststörungen. Deshalb ist eine sorgfältige psychotherapeutische Diagnostik wichtig.
WAS VERSTEHT MAN UNTER BURNOUT?
Burnout beschreibt einen Zustand anhaltender emotionaler Erschöpfung und psychischer Überlastung. Betroffene berichten häufig über das Gefühl, dauerhaft erschöpft, innerlich ausgelaugt oder emotional distanziert zu sein.
Die WHO beschreibt Burnout in der ICD-11 anhand von drei zentralen Merkmalen:
- Gefühle von Erschöpfung oder Energiemangel
- zunehmende mentale Distanz oder negative Haltung gegenüber der Arbeit
- vermindertes berufliches Leistungsgefühl
Ein Burnout entwickelt sich häufig schleichend über einen längeren Zeitraum hinweg. Viele Menschen versuchen trotz wachsender Erschöpfung zunächst, ihren Alltag wie gewohnt aufrechtzuerhalten.
HÄUFIGE BURNOUT-SYMPTOME UND ANZEICHEN VON ERSCHÖPFUNG
Menschen, die unter chronischem Stress, Überlastung oder Burnout-Symptomen leiden, berichten häufig über unterschiedliche psychische und körperliche Beschwerden.
Dazu können unter anderem gehören:
- anhaltende Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme
- Schlafstörungen
- innere Anspannung
- emotionale Gereiztheit
- reduzierte Belastbarkeit
- Grübeln und Gedankenkreisen
- Motivationsverlust
- Schwierigkeiten beim Abschalten
- körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Muskelverspannungen
Diese Beschwerden sind jedoch nicht spezifisch für Burnout und können auch bei anderen psychischen Störungen auftreten, insbesondere bei depressiven Störungen oder Angststörungen. Deshalb ist eine sorgfältige psychotherapeutische Diagnostik essenziell.
BURNOUT UND DEPRESSION
Zwischen Burnout-Beschwerden und depressiven Störungen können deutliche Überschneidungen bestehen. Beschwerden wie Erschöpfung, Antriebsmangel, Schlafprobleme oder Konzentrationsschwierigkeiten können sowohl bei anhaltender Überlastung als auch bei depressiven Störungen auftreten.
Burnout wird in der ICD-11 nicht als eigenständige psychische Erkrankung klassifiziert, sondern als berufsbezogenes Phänomen infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz. Gleichzeitig nennt die S3-Leitlinie zur Behandlung von Depressionen chronischen Stress, Burnout und anhaltende Überforderung als mögliche Belastungsfaktoren im Zusammenhang mit depressiven Erkrankungen.
Eine sorgfältige psychotherapeutische Diagnostik ist deshalb essenziell. Sie kann helfen zu klären, ob vor allem eine anhaltende Überlastung besteht, ob depressive Symptome vorliegen oder ob andere psychische Störungen beteiligt sind.
Da sich Burnout-Beschwerden und depressive Störungen teilweise überschneiden können, sollte bei anhaltender Erschöpfung auch eine Depression fachlich abgeklärt werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zum Thema Depressionen. Auch Angststörungen können mit anhaltender Anspannung, Erschöpfung oder innerer Unruhe verbunden sein. Weitere Informationen dazu finden Sie hier:
MÖGLICHE URSACHEN EINES BURNOUTS
Nach aktuellem wissenschaftlichem Verständnis entsteht ein Burnout nicht durch eine einzelne Ursache. Vielmehr wird davon ausgegangen, dass verschiedene Belastungsfaktoren über einen längeren Zeitraum zusammenwirken. Im Mittelpunkt steht dabei meist chronischer Stress im beruflichen Kontext. Die ICD-11 beschreibt ein Burnout als Syndrom infolge von chronischem Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet wurde.
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WANN KANN PROFESSIONNELLE HILFE SINNVOLL SEIN?
Mögliche Belastungsfaktoren können unter anderem sein:
- dauerhaft hohe berufliche Anforderungen
- anhaltende Überlastung
- fehlende Erholungsphasen
- hoher Leistungsdruck
- dauerhafte emotionale Belastung
- Konflikte im beruflichen Umfeld
- fehlende Balance zwischen Belastung und Erholung
Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen außerdem, dass anhaltender Stress langfristig sowohl die psychische als auch die körperliche Gesundheit beeinflussen kann.
Gleichzeitig führt nicht jede stressreiche Lebensphase automatisch zu einem Burnout oder einer psychischen Störung. Wie Menschen auf Belastungen reagieren, kann individuell unterschiedlich sein
Professionelle Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn anhaltende Erschöpfung, Stressbelastung oder psychische Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen und zu Einschränkungen im beruflichen, sozialen oder privaten Alltag führen.
Mögliche Hinweise auf eine erhöhte Belastung sind:
- anhaltende körperliche oder emotionale Erschöpfung
- Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme
- Schlafstörungen
- subjektiv verminderte Leistungsfähigkeit
- zunehmende Schwierigkeiten bei der Bewältigung alltäglicher Anforderungen
- psychische Beschwerden wie Niedergeschlagenheit, Anspannung oder Reizbarkeit
Da die im Zusammenhang mit Burnout beschriebenen Beschwerden nicht spezifisch sind und auch bei anderen psychischen Störungen auftreten können, ist eine fachliche diagnostische Abklärung wichtig. Diese dient der Einordnung der Beschwerden und der Prüfung, ob eine behandlungsbedürftige psychische Störung vorliegt.
WIE KANN PSYCHOTHERAPIE BEI EINEM BURNOUT HELFEN?
Die psychotherapeutische Behandlung orientiert sich an der individuellen Symptomatik und den zugrunde liegenden Belastungsfaktoren. Die Verhaltenstherapie gehört zu den wissenschaftlich anerkannten Psychotherapieverfahren in Deutschland und wird unter anderem bei stressbezogenen psychischen Beschwerden eingesetzt.
Im Rahmen der Behandlung können folgende Inhalte im Fokus stehen:
- Analyse individueller Stress- und Belastungsfaktoren
- Identifikation und Veränderung aufrechterhaltender Denk- und Verhaltensmuster
- Vermittlung evidenzbasierter Strategien zur Stressbewältigung
- Verbesserung der Emotionsregulation und Belastbarkeit
- Entwicklung eines stabileren Umgangs mit beruflichen und privaten Anforderungen
Die konkrete Behandlungsplanung erfolgt auf Grundlage der diagnostischen Abklärung der Beschwerden.
PSYCHOTHERAPIE BEI BURNOUT UND ERSCHÖPFUNG IN BERLIN SCHÖNEBERG
In unserer Praxis für Psychotherapie in Berlin Schöneberg bieten wir eine fundierte diagnostische Abklärung und professionelle psychotherapeutische Behandlung bei stressbezogenen psychischen Beschwerden an.
Im Rahmen eines Erstgesprächs erfassen wir zunächst Ihre individuelle Symptomatik und klären, ob eine psychotherapeutische Behandlung angezeigt ist. Auf dieser Grundlage erfolgt die weitere Behandlungsplanung.
WISSENSWERTES ZUM THEMA BURNOUT
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